Informationen zur GDA-Leitlinie

Die GDA-Leitlinie einfach erklärt

Die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) hat Empfehlungen entwickelt, wie Unternehmen die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung systematisch und nachvollziehbar durchführen können.

Die GDA-Leitlinie beschreibt keinen starren Prüfplan und schreibt keine bestimmte Methode vor. Stattdessen bietet sie einen gemeinsamen Orientierungsrahmen für Unternehmen, Aufsichtsbehörden, Berufsgenossenschaften und betriebliche Akteure.

Viele der heute eingesetzten Verfahren zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung orientieren sich an den Empfehlungen der GDA.

 

Warum ist die GDA-Leitlinie wichtig?

Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet Unternehmen dazu, psychische Belastungen bei der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen.

Das Gesetz macht jedoch nur wenige konkrete Vorgaben zur Umsetzung.

Die GDA-Leitlinie hilft Unternehmen dabei,

  • relevante Belastungsfaktoren systematisch zu betrachten
  • den Prozess nachvollziehbar zu strukturieren
  • die Ermittlung psychischer Belastungen zu dokumentieren
  • Maßnahmen gezielt abzuleiten
GDA-Leitlinie Bild

Die sechs Gestaltungs- und Belastungsbereiche (nach GDA)

Die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) definiert sechs zentrale Bereiche, die branchenübergreifend relevant sind. Diese werden auch von BGW, LGL, BGHM und VBG so aufgeführt:

Arbeitsinhalt & Arbeitsaufgabe

Beispiele:
Handlungsspielräume, Qualifikationsanforderungen, emotionale Belastung

Arbeitsorganisation

Beispiele:
Arbeitsintensität, Unterbrechungen, Kommunikationsprozesse

Arbeitszeit

Beispiele:
Schichtmodelle, Planbarkeit, Pausenregelungen

Soziale Beziehungen

Beispiele:
Teamklima, Führung, Unterstützung durch Vorgesetzte

Arbeitsmittel

Beispiele:
Geeignete Ausstattung, persönliche Schutzausrüstung, Digitalisierung

Arbeitsumgebung

Beispiele:
Lärm, Klima, Ergonomie, räumliche Bedingungen

Der 7-Schritte-Prozess der GDA

 
 
Schritt 1
Schritt 2
Schritt 3
Schritt 4
Schritt 5
Schritt 6
Schritt 7

Tätigkeiten & Bereiche festlegen

  • gleichartige Tätigkeiten zu Gruppen zusammenfassen
  • nicht jeder einzelne Arbeitsplatz muss separat betrachtet werden
Team steht an einem Schreibtisch und plant

Psychische Belastungen ermitteln

Die Erfassung der psychischen Belastungen kann durch verschiedene Methoden erfolgen:

  • Mitarbeiterbefragung (standardisiert, anonym)
  • Workshops (zur gemeinsamen Analyse)
  • Interviews (qualitativ, tiefergehend)
  • Beobachtungsverfahren (z.  Checklisten der BGHM)

Gefährdungen beurteilen

  • Ergebnisse analysieren
  • kritische Belastungsschwerpunkte identifizieren

Maßnahmen ableiten

Typische Maßnahmen:

  • technisch: bessere Arbeitsmittel
  • organisatorisch: Prozessoptimierung
  • sozial: Führungsfeedback, Teamentwicklung
  • arbeitszeitbezogen: Pausen-/Schichtplanung

Maßnahmen umsetzen

  • klare Verantwortlichkeiten
  • Termine und Zeitpläne definieren
mann unterschreibt vertrag

Wirksamkeit prüfen

  • nach angemessener Zeit Wirkung messen
  • bei Bedarf optimieren
Zwei Arbeitskolleginnen arbeiten zusammenn, hier wird Well-being gelebt

Fortschreiben & dokumentieren

Nach §6 ArbSchG muss die Dokumentation enthalten:

  • Vorgehen
  • Ergebnisse
  • Maßnahmen
  • Verantwortliche
  • Prüfdatum

Häufige Fragen zur GDA-Leitlinie

Nein. Die GDA schreibt keine bestimmte Methode vor. Unternehmen können unterschiedliche Verfahren einsetzen, solange psychische Belastungen systematisch ermittelt und bewertet werden.

Die GDA-Leitlinie ist keine gesetzliche Vorschrift. Sie wird jedoch von vielen Arbeitsschutzbehörden und Berufsgenossenschaften als anerkannter Orientierungsrahmen genutzt.

Die GDA empfiehlt eine Betrachtung aller sechs Bereiche, um ein möglichst vollständiges Bild der Arbeitsbedingungen zu erhalten.

Unternehmen sprechen häufig von einer „GDA-konformen Gefährdungsbeurteilung“.

Gemeint ist damit in der Regel, dass

  • die empfohlenen Themenbereiche berücksichtigt werden
  • Belastungen systematisch ermittelt werden
  • der Prozess nachvollziehbar dokumentiert wird
  • Maßnahmen abgeleitet werden
  • die Wirksamkeit überprüft wird

GDA-Konformität bedeutet nicht, dass eine bestimmte Software, ein bestimmter Fragebogen oder eine einzelne Methode vorgeschrieben wäre.

Zeigen Sie Ihren Mitarbeitern, dass Ihnen psychische Gesundheit wichtig ist
Collage Zufriedene Mitarbeiter
Brainstorming - Ein junges Team arbeitet zusammen

Sie benötigen eine Befragung zu einem individuellen Thema?

Sie möchten eine Mitarbeiterbefragung realisieren, die speziell auf Ihre Bedürfnisse angepasst ist? Auch dann stehen wir Ihnen als Full-Service Institut für Marktforschung gerne zur Verfügung. Sprechen Sie uns einfach an.